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Fahrstunden Fahrstunden beim Fahrlehrer: Das ist wichtig für Dich

Veröffentlicht: 6. Dezember 2020

Autor Florian Scheller von todrive.ch
Fahrstunden beim Fahrlehrer - Schweizer Fahrschulen - das ist wichtig für dich

Fahrstunden bei einem Fahrlehrer zu nehmen, ist in der Schweiz nicht obligatorisch. Es ist Dir aber unbedingt zu empfehlen. Gerade als Anfänger entwickelst Du schnell Eigenarten, die der Fahrlehrer korrigieren muss, weil sie nicht regelkonform sind. Das kannst Du Dir ersparen. Alles rund um die Fahrstunden bei einem Fahrlehrer erfährst Du hier:


Auf der Kostenseite bilden die Fahrstunden mit Abstand den grössten Posten. Daher ist der Wunsch gross, die Anzahl der Fahrstunden möglichst tief zu halten. Dabei sind zwei Gedanken wichtig: Kein Fahrlehrer hält sich eine Herde von Melkkühen. Auch er ist bestrebt, seine Fahrschüler so schnell wie möglich zur Prüfungsreife zu bringen, weil er seinen guten Ruf nicht auf’s Spiel setzen will. Und es ist individuell sehr verschieden, bis ein Fahrschüler tatsächlich die Fahrprüfung ablegen kann. Da spielt es eine Rolle, wie viel Spass jemand am Fahrenlernen hat, wie viel Talent er mitbringt, wie oft er private Übungsfahrten unternehmen kann (dazu mehr im Blog «Private Übungsfahrten»). Das entscheidet darüber, wie viele Fahrstunden Du brauchst.

Sicher hast Du einige Fragen:

Wie viel kostet eine Fahrstunde?

Die Kosten für eine Fahrstunde variieren je nach Fahrlehrer, Fahrschule und Kanton zwischen 80 und 120 Franken.

Teurer heisst nicht immer besser – was Du bei der Fahrlehrersuche beachten musst, erfährst du im Blog «So findets du den richtigen Fahrlehrer»

Wieso sind Fahrstunden so teuer?

Ein Fahrlehrer in der Schweiz ist ein selbständiger Unternehmer. Entsprechend umfangreich fallen seine Ausgaben aus: Betriebskosten des Fahrzeugs, Versicherungen, Raummiete, Administration, Werbung, Verbandsmitgliedschaften, Weiterbildungen, Salär(e), Altersvorsorge etc. All diese Ausgaben müssen durch Deine Fahrstunden finanziert werden.

Ein Fahrlehrer ist eine ausgebildete und zertifizierte Fachperson. Natürlich sind 90 Franken für eine Fahrstunde viel Geld, keine Frage. Aber wer schon einmal einen Elektriker oder Maler aufbieten musste, weiss, dass dessen Stundenansatz und Fahrtkosten schnell einmal höher ausfallen können. Nur hat man als junger Mensch mit diesen Berufsgruppen in der Regel weniger zu tun. Denken wir bei den 90 Franken deshalb daran, dass die Fahrlehrer die Verkehrsteilnehmer von morgen ausbilden und es in unserem persönlichen Interesse liegt, dass sie das bestmöglich tun können.

Wie kosten Fahrstunden so viel? Das muss der Fahrlehrer alles bezahlen!

 

Eine detaillierte Kostenübersicht über den gesamten Weg zum Führerschein, haben wir dir im Blog «Kostenübersicht Führerschein» zusammengestellt.

 

Schau dir im Video von SRF Virus an, was Fahrlehrer Tommy zu Kosten und noch weiteren Themen auf dem Weg zum Führerschein erzählt. 

 

Wie viele Fahrstunden braucht man durchschnittlich?

 

In der Schweiz braucht ein Fahrschüler im Durchschnitt etwa 30 Fahrstunden. Es gibt Fahrschüler, die mit weniger als 15 Fahrstunden prüfungsreif sind. Das ist jedoch die Ausnahme.

 

Wie viele Fahrstunden ein Fahranfänger braucht, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Lernt man das Autofahren auf einem Fahrzeug mit Handschaltung oder mit Automatik-Getriebe? Letzteres lässt sich natürlich einfacher fahren, weil man sich ganz auf das Lenken und den Strassenverkehr konzentrieren kann. Aufgrund einer Gesetzesänderung entfällt übrigens der Automatik-Eintrag im Führerschein, aber dazu später mehr.

 

Lass Dich auch nicht verunsichern, wenn Deine Freunde oder Deine Eltern weniger Fahrstunden nötig hatten, als Du. Deine Eltern haben allenfalls die Hälfte an Zeit und Geld aufwenden müssen, weil damals der Strassenverkehr nicht annähernd so dicht und komplex war wie heute. Und im Kollegenkreis wird gern tiefgestapelt und geflunkert, wenn es um die Anzahl Fahrstunden geht.

 

Eine Umfrage unter 570 Fahrschüler*innen zeigt wie hoch die durchschnittliche Anzahl an Fahrstunden in der Schweiz ist:

 

Wie viel Fahrstunden braucht man? In dieser Grafik siehst du, wie viel Fahrstunden beim Fahrlehrer in der Schweiz im Durchschnitt gemacht werden

Welchen Zeitaufwand hat man bis zur praktischen Prüfung?

Ein Fahrschüler nimmt durchschnittlich 1-2 Fahrstunden in der Woche. Bei 30 Fahrstunden bedeutet das etwa 7 Monate, bis er prüfungsreif ist. In diesen Zeitraum sind Ferien oder andere Pausen natürlich nicht eingerechnet.

Wie lange dauert eine Fahrstunde?

Eine «Fahrstunde wird in der Schweiz oftmals mit einer Dauer von 60 Minuten verbunden. Das ist nicht immer zutreffend. Die Dauer einer Lektion unterscheidet sich von Fahrlehrer zu Fahrlehrer. Es gibt Angebote von 45 bis 75 Minuten für eine «Fahrstunde». Es lohnt sich, die Preise zu vergleichen, weil etliche Fahrlehrer ihre Angebote kombinieren.

Fahren lernen mit Automatik oder mit Handschaltung?

Auch wenn Du die Fahrprüfung mit einem Fahrzeug mit Automatik-Getriebe ablegst, darfst Du ein handgeschaltetes Auto fahren. Das hat der Gesetzgeber am 1. Februar 2019 so festgelegt. Seither gibt es keinen entsprechenden Eintrag mehr im Führerschein.

Das Fahren lernen mit einem Automatik-Fahrzeug ist für einen Neuling sicher einfacher, weil die Koordination der Hände und Füsse wegfällt. Kuppeln, Schalten, Gas geben ist nicht mehr. Stattdessen kann sich die ganze Aufmerksamkeit auf die übrigen Abläufe und auf den Strassenverkehr richten. Das kann auch zur Folge haben, dass sich dadurch die Fahrstunden reduzieren und der Führerschein insgesamt günstiger wird. Aber wägen wir die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme zunächst sorgfältig ab:

Argumente für Automatik und gegen Handschaltung

Argumente gegen Automatik und für Handschaltung

Selbstverständlich kannst Du auch im Laufe Deiner Fahrstunden von der Handschaltung zur Automatik umsteigen. Und umgekehrt auch. Lass’ Dir also beide Optionen offen, eine Entscheidung musst Du erst vor der Anmeldung zur praktischen Fahrprüfung fällen.

Im Blog «Automatik oder Handschaltung fahren lernen» gehen wir detaillierter auf diese Thema ein.

So findest Du den richtigen Fahrlehrer für Dich

 

Den perfekten Fahrlehrer zu finden, ist gar nicht so einfach. Die Auswahl in der Schweiz ist riesengross, und man muss sich entweder auf sein Bauchgefühl verlassen oder den Empfehlungen und Schilderungen seiner Freunde folgen. Natürlich kannst Du im Meer der Angebote jederzeit nach einem anderen fischen, aber um Kosten, Zeit und Mühe zu sparen, lohnt es sich, die Suche sorgfältig und mit Bedacht zu planen.

Im Schweizer Fahrlehrervergleich von todrive.ch findest Du unkompliziert und schnell den passenden Fahrlehrer für Dich. Hier steht Dir eine umfangreiche Auswahl zur Verfügung, die Du nach Deinen eigenen Kriterien sortieren und vergleichen kannst.

Folgende Überlegungen musst Du bei einer Wahl anstellen:

Der allerbeste Fahrlehrer in der Schweiz

Wer ist der vollkommene Fahrlehrer in der Schweiz? Auch wenn es Berichte, Umfragen und Statistiken rund um diese Frage gib – schenk’ ihnen nicht viel Beachtung, sie sind nur sehr bedingt aussagekräftig. Warum? Die Fahrschüler, die die Bewertungen abgeben, haben meistens keine Vergleichsmöglichkeit, weil sie immer beim gleichen Fahrlehrer ihre Fahrstunden genommen haben. So vergeben alle die Bestnoten an ihren Kandidaten und es gewinnt immer derjenige mit den meisten Stimmen. Aber objektiv und unvoreingenommen messen geht anders.

Erfahre mehr über dieses Thema im Blog «Der beste Fahrlehrer in der Schweiz»

Der beste Schweizer Fahrlehrer - So sehen Fahrstunden beim Fahrlehrer aus

Die erste Fahrstunde – was muss ich wissen?

Was Dich in der ersten Fahrstunde erwartet, hängt auch sehr von Deinen Vorkenntnissen ab:

Es gibt aber noch viel mehr über die erste Fahrstunde zu wissen. Um Dir mehr Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln, haben wir ein paar Erfahrungsberichte zur ersten Fahrstunde gesammelt. Den Erfahrungsbericht von Helena und den von Sandro findest du, wenn du auf die Namen klickst.

Wie Fahrstunden in Zürich zum Beispiel ungefähr ablaufen, siehst du in diesen Video und in diesem Video.

Was lerne ich in meiner Fahrausbildung?

Was Du in den Fahrstunden lernst, lässt sich in vier Ausbildungsphasen einteilen:

  1. Vorschulung: Im ersten Schritt geht es darum, ein Gefühl für das Auto und die Fahrdynamik zu entwickeln. Dein Fahrlehrer erklärt Dir die Fahrzeugbedienung und sämtliche Einstellungen. Die richtige Blicktechnik wird ebenfalls ein Thema sein. Dieser Ausbildungsteil findet mehrheitlich abseits des Strassenverkehrs statt, z.B. auf Parkplätzen oder in verkehrsarmen Industriegebieten. Du lernst das Anfahren und Anhalten, indem Du Schleifpunkt-Übungen machst. Dann erwirbst Du Dir die Fähigkeit zu wenden, Figuren und Runden zu fahren, sowie Slalom vor- und rückwärts zu fahren. Kontrollierte Ziel- und Schnellbremsungen runden die Vorschulung ab.
  2. Grundschulung: Du tastest Dich langsam an das Fahren im Strassenverkehr heran. Du sollst in dieser Phase die Abläufe der Autobedienung so festigen, dass Du sie automatisch abrufen kannst. Ein Gefühl für die Geschwindigkeit sollst Du ebenfalls entwickeln. Auf verkehrsarmen Strassen lernst Du die korrekte Blicktechnik sowie das richtige Einspuren. Du lernst das Anfahren und Anhalten im Verkehr und im Speziellen in Steigung und Gefälle. Du wirst das Auto vorwärts und rechts am Fahrbahnrand parkieren. Zudem werden Wenden und Rückwärtsfahren verstärkt geübt.
  3. Hauptschulung: Auf normalbefahrenen Strassen sollst Du Dich mehr und mehr auf die anderen Verkehrsteilnehmer einstellen. Du lernst das umweltbewusste und sichere Fahren kennen. Zudem übst und perfektionierst Du das Vor-, Rück- und Seitwärts-parkieren. Bei Überlandfahrten lernst Du die Geschwindigkeitsgestaltung, das Einfädeln in den Verkehr, sowie das Einhalten von Abständen beherrschen. Ebenso das Verhalten bei Vortritt und im Kreisverkehr.
  4. Perfektionsschulung: Im letzten Ausbildungssegment geht es um das souveräne Fahren, auch auf Autobahnen und nach Wegweiser. Zudem wird ein Gefahrentraining inkl. Notbremsung durchgeführt. Weiter wirst Du vielleicht eine Bergstrasse befahren und bei Nacht und Dunkelheit unterwegs sein. Schliesslich wirst Du eine Vorprüfungs-fahrt absolvieren, um die praktische Führerprüfung bei ähnlichen Bedingungen zu üben. Ab dieser Phase bist Du reif für die Prüfung.

 

4 Schritte der Fahrausbildung - Vorschulung, Grundschulung, Hauptschulung - Fahrstunden beim Fahrlehrer auf dem Weg zum Führerschein

Wann bin ich bereit für die praktische Fahrprüfung?

Dein Fahrlehrer füllt während Deinen Fahrstunden laufend eine sogenannte Ausbildungskarte aus, auf der Dein aktueller Ausbildungsstand gemäss den Erfordernissen der einzelnen Schulungsphasen festgehalten wird. Sobald Du sämtliche Schritte souverän beherrschst und alle Punkte samt und sonders abgehakt sind, bist du prüfungsreif.

Wie sieht die Ausbildungskarte einer Fahrschule aus?

Fahrschulen verwenden normalerweise eine Ausbildungskarte für jede*n Schüler*in. Diese dient als Lernkontrolle und zeigt genau auf wie weit du bereits bist. In jeder Fahrstunde wird das Gelernte abgehakt. Ein Beispiel einer solchen Karte findest du hier abgebildet:


Wann bin ich bereit für die praktische Fahrprüfung?  Dein Fahrlehrer füllt während Deinen Fahrstunden laufend eine sogenannte Ausbildungskarte aus, auf der Dein aktueller Ausbildungsstand gemäss den Erfordernissen der einzelnen Schulungsphasen festgehalten wird. Sobald Du sämtliche Schritte souverän beherrschst und alle Punkte samt und sonders abgehakt sind, bist du prüfungsreif.  Wie sieht die Ausbildungskarte einer Fahrschule aus?  Fahrschulen verwenden normalerweise eine Ausbildungskarte für jede*n Schüler*in. Diese dient als Lernkontrolle und zeigt genau auf wie weit du bereits bist. In jeder Fahrstunde wird das Gelernte abgehakt. Ein Beispiel einer solchen Karte findest du hier abgebildet:

Wer entscheidet, wann ich prüfungsreif bin?

In der Regel entscheidet Dein Fahrlehrer, wann Du für die praktische Fahrprüfung bereit bist. Er ist ein erfahrener Experte, der Dich mittlerweile gut kennt und natürlich weiss, worauf es an der Prüfungsfahrt ankommt.

Die Einschätzung Deines Fahrlehrers kann sich von Deiner Überzeugung durchaus unterscheiden. Solltest Du der Meinung sein, dass Du längstens prüfungsreif bist und alle weitere Verzögerung unnötig ist, kannst Du Dich auch selbständig beim Strassenverkehrsamt anmelden und mit dem privaten Auto an die praktische Prüfung. Auch dann darfst Du 2x durchfallen. Solltest Du auch beim zweiten Anlauf keinen Erfolg haben, verlangt der Gesetzgeber eine Anzahl Pflichtstunden. Die musst Du zwingend mit einem Fahrlehrer absolvieren, der Dir danach auch die Prüfungsreife schriftlich bestätigen und Dich für die Fahrprüfung anmelden muss.

Eine detaillierte Checkliste über den Weg zum Führerschein, haben wir dir im Blog «Detaillierte Checkliste Führerschein» zusammengestellt.

Alle Fragen zum Thema Fahrstunden und Fahrlehrer erklärt dir Fahrlehrerin Nathalie Bornhauser in diesem Video Das musst du wissen… Tipps zum Führerschein von einer Fahrlehrerin!

 

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