AUSLÄNDISCHER AUSWEIS · SEPTEMBER 2026
Ausländischen Führerausweis umschreiben in der Schweiz
Wer aus dem Ausland in die Schweiz zieht, hat zwölf Monate Zeit, den Ausweis umzutauschen. Ob dabei eine Kontrollfahrt fällig wird, entscheidet allein das Ausstellungsland: 31 Staaten sind von Kontrollfahrt und Zusatztheorie befreit, 14 weitere nur von der Kontrollfahrt — für alle anderen ist sie Pflicht. Und sie hat nur einen Versuch: Wer sie nicht besteht, verliert den ausländischen Ausweis und beginnt mit dem Lernfahrausweis von vorn.
Musst du eine Kontrollfahrt machen?
Das entscheidet allein das Land, das deinen Ausweis ausgestellt hat. Das Bundesamt für Strassen führt dazu zwei Listen — und der Unterschied zwischen ihnen ist grösser, als er aussieht.
- 31 Staaten ohne Kontrollfahrt und ohne Zusatztheorie. Alle EU- und EFTA-Staaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern. Für sie ist der Umtausch ein Gang aufs Amt.
- 14 Staaten nur ohne Kontrollfahrt. Andorra, Australien, Israel, Japan, Kanada, Korea (Republik), Marokko, Monaco, Neuseeland, San Marino, Singapur, Taiwan, Tunesien und die USA. Die Zusatztheorieprüfung für berufsmässige Kategorien bleibt hier bestehen (VZV Art. 44 Abs. 2). Zwei Einschränkungen, die in der Liste selbst untergehen: Bei Taiwan gilt die Befreiung nur für die Kategorien A1 und B — das steht als Fussnote 1 direkt in Anhang 2 des Kreisschreibens des ASTRA. Bei Kanada nennt der Bund keine Ausnahme, einzelne Kantone aber schon: Das Strassenverkehrsamt St. Gallen führt für die Provinzen Alberta, Edward Island und Saskatchewan die Kategorien C und D auf (Ausnahme C1), der Kanton Zürich keine. Frag in diesem Fall dein Amt.
Bringst du einen ausländischen Lastwagen- oder Busausweis mit (C1, C, D1, D), gelten dieselben zwei Listen: aus den 31 Staaten der ersten ohne alles, aus den 14 der zweiten mit Zusatztheorieprüfung, sonst mit Zusatztheorieprüfung und Kontrollfahrt. Und wer mit einem Ausweis von ausserhalb der EU und der EFTA berufsmässig Lastwagen oder Busse fährt, braucht den schweizerischen Ausweis sofort, nicht erst nach zwölf Monaten (VZV Art. 42 Abs. 3bis Bst. b). Den CZV-Fähigkeitsausweis für gewerbliche Fahrten bekommst du ohne Prüfung, wenn die Berechtigung im ausländischen Ausweis eingetragen ist (in der EU der Code 95) oder das ASTRA deine nationale Bescheinigung als gleichwertig anerkennt (Chauffeurzulassungsverordnung, Artikel 7). Was die Schweizer Berufsausweise sonst verlangen, steht unter Lastwagen, Car, Bus, Taxi: die Führerausweise C1, C, D1, D und BPT.
Steht dein Land auf keiner der beiden Listen, ist die Kontrollfahrt Pflicht: eine Fahrt mit einer Verkehrsexpertin oder einem Verkehrsexperten des Strassenverkehrsamts, die zeigen soll, dass du den Wagen im Schweizer Verkehr sicher führst. Beide Listen stehen in Anhang 2 des Kreisschreibens des ASTRA «Führerausweise von Personen mit Wohnsitz im Ausland» vom 1. Oktober 2013, der zurzeit gültigen Fassung (abgerufen am 21. September 2026). Die Verordnung selbst nennt keine Länder, sie ermächtigt aber das ASTRA dazu, für Staaten mit gleichwertiger Ausbildung und Prüfung auf beides zu verzichten (VZV Art. 150 Abs. 5 Bst. e). Sie ist eine Weisung des Bundes, die in der ganzen Schweiz gilt, nicht eine kantonale Liste — das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern verweist dafür direkt auf Anhang 2. Die Strassenverkehrsämter schreiben sie ab; verbindlich ist am Ende deines.
Ein Punkt, den nur einzelne Kantone ausschreiben: Wer den Ausweis eines der 14 Staaten der zweiten Liste später als fünf Jahre nach der Einreise umtauschen lässt, muss laut dem Strassenverkehrsamt Luzern trotzdem zur Kontrollfahrt. Frag im Zweifel bei deinem Amt nach.
Dein Ergebnis
45 Staaten sind ganz oder teilweise befreit; für alle anderen ist die Kontrollfahrt Pflicht. Grundlage sind die beiden Listen des ASTRA oben; dass die Kontrollfahrt nur einen Versuch hat, steht in VZV Art. 44 Abs. 1bis. Entscheiden tut das Strassenverkehrsamt deines Kantons.
Was passiert, wenn du die Kontrollfahrt nicht bestehst?
Das ist der Punkt, den die wenigsten kennen — und der teuerste, wenn er übersehen wird.
- 12 Monate hast du nach der Wohnsitznahme Zeit — genauer: seit zwölf Monaten in der Schweiz wohnen und in dieser Zeit nicht länger als drei Monate am Stück im Ausland gewesen sein (VZV Art. 42 Abs. 3bis). Danach darfst du mit dem ausländischen Ausweis nicht mehr fahren. Für das mitgebrachte Auto gelten eigene Regeln — was der Fahrzeugausweis kostet und ob du eine Vignette brauchst.
- 1 Versuch hast du bei der Kontrollfahrt. «Die Kontrollfahrt kann nicht wiederholt werden», und wer sie nicht besteht, dem wird der ausländische Ausweis aberkannt (VZV Art. 44 Abs. 1bis und 1quater). Danach führt nur noch das ordentliche Verfahren zum Ausweis: Lernfahrausweis, Nothelferkurs, Theorieprüfung, Verkehrskundeunterricht und praktische Prüfung (Kanton St. Gallen) — der ganze Ablauf des Schweizer Führerausweises.
Deshalb nehmen viele in dieser Lage ein paar Fahrstunden zur Vorbereitung — nicht weil sie müssen, sondern weil ein einziger Fehlversuch alles kostet. Wie viele Stunden das sind und was sie kosten, steht unten auf dieser Seite. Wer dabei lieber nicht auf Deutsch übt, findet Fahrschulen, die auf Englisch und in acht weiteren Sprachen unterrichten.
Dieselbe Regel — ein Versuch, keine Wiederholung — gilt für die Kontrollfahrt, die das Amt nach der Kontrolluntersuchung ab 75 anordnen kann; was dort geprüft wird, steht auf dieser eigenen Seite.
2025 haben 67 % der praktischen Autoprüfungen zum ersten Mal geklappt — seit fünf Jahren praktisch unverändert (asa, Statistik Führerprüfungen 2025). Jede dritte Person fährt also noch einmal hin, und vor dem zweiten Anlauf stehen fast immer weitere Fahrstunden. Wer die Kontrollfahrt nicht besteht, steht genau vor dieser Prüfung. Wie die Prüfung abläuft.
Wie viel Übung brauchst du für die Kontrollfahrt?
Vorgeschrieben ist keine einzige Fahrstunde. Das Gesetz schreibt drei andere Dinge vor, und nur diese drei haben eine feste Zahl:
- 10 Stunden Nothelferkurs, Pausen eingerechnet — so lange dauert er mindestens, und er ist auf mindestens zwei Tage zu verteilen (Weisungen des ASTRA über Nothilfekurse, Ziffer 2.3.2). Was er kostet und wo.
- 8 Stunden Verkehrskundeunterricht bei einer Fahrlehrerin oder einem Fahrlehrer (VZV Art. 18 Abs. 4). Ablauf und Preise.
- 12 Monate Lernphase, wenn du den Lernfahrausweis vor deinem 20. Geburtstag löst — wer ihn erst danach löst, darf früher zur Prüfung (VZV Art. 22 Abs. 1bis). Wie du den Lernfahrausweis beantragst.
Wo du auf dem ordentlichen Weg stehst, hakst du in der Checkliste zum Führerschein ab. Wie viele Fahrstunden dazwischen liegen, entscheidet niemand ausser dir und deiner Fahrlehrerin — worauf es beim Fahrlehrer ankommt. Was eine Lektion kostet, steht bei uns und wird laufend neu gerechnet: der Kostenrechner mit den Preisen der Fahrschulen. Eine amtliche Statistik dazu gibt es nicht, und auch wir haben keine: wie viele Stunden jemand tatsächlich fährt, weiß niemand ausser der Fahrschule und der Person selbst. Was wir messen können, ist etwas anderes — wie die Ausbildung verkauft wird, und was das für deine Planung heißt.
Wie viele Fahrstunden sind üblich? Niemand zählt es
Keine Schweizer Behörde nennt eine Zahl. Weder das Bundesamt für Strassen, noch der Preisüberwacher, der die Gebühren der Strassenverkehrsämter untersucht, noch das Bundesamt für Statistik, noch die kantonalen Strassenverkehrsämter erheben, wie viele Fahrstunden jemand nimmt. In der Schweiz ist keine einzige vorgeschrieben — und was niemand vorschreibt, zählt auch niemand.
Im Netz kursieren trotzdem Zahlen. Wer auf eine stösst, sollte zweimal hinsehen: Sie stammt aus keiner Erhebung, oft nicht einmal aus der Schweiz. Deutsche Werte sind nicht übertragbar, denn in Deutschland sind zwölf Fahrten gesetzlich vorgeschrieben, hier keine.
3000 km
Die Unfallforschung zählt keine Stunden, sondern Kilometer. Die BFU — die Institution, die Suva und die übrigen Unfallversicherer nach Artikel 88 des Unfallversicherungsgesetzes gemeinsam für die Unfallverhütung betreiben — empfiehlt, vor der praktischen Prüfung mindestens 3000 Kilometer am Steuer gefahren zu sein, «in Kombination mit Fahrschulstunden». Der Grund: Neulenkende verunfallen zwei- bis dreimal häufiger als erfahrene (BFU, Autofahren lernen).
So viele Kilometer sammelt niemand in den bezahlten Lektionen. Die bringen dir das Handwerk bei — die Routine holst du dir auf privaten Übungsfahrten, und davon hängt am Ende ab, wie viele Stunden du brauchst. Was deine Stundenzahl kostet, rechnet dir unser Kostenrechner aus, mit den echten Preisen deines Ortes.
Schreibt die Schweiz Fahrstunden vor? Nein — Deutschland zwölf
Dass es hier keine Pflichtstunden gibt, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Entscheidung — und sie erklärt, warum es zur Anzahl auch keine Statistik gibt: Was niemand vorschreibt, zählt auch niemand.
- 0 Schweiz. Weder eine Mindestzahl Fahrstunden noch die Pflicht, überhaupt eine Fahrschule zu besuchen. Pflicht sind nur Nothelferkurs, Verkehrskunde und die beiden Prüfungen (VZV).
- 12 Deutschland. Vorgeschrieben sind für die Klasse B zwölf Stunden zu je 45 Minuten besondere Ausbildungsfahrten: fünf Überland, vier Autobahn, drei bei Dunkelheit — zusätzlich zu den Übungsstunden, die der Fahrlehrer für nötig hält (Fahrschüler-Ausbildungsordnung, Anlage 4).
- 0 Grossbritannien. Ebenfalls keine Mindestzahl. Die Behörde schreibt ausdrücklich: «There’s no minimum number of lessons you must have or hours you must practise driving» (GOV.UK).
Wer im Netz auf eine Zahl stösst, sollte darum immer nachsehen, aus welchem Land sie stammt. In deutschen Angaben stecken zwölf Pflichtfahrten, die es hier gar nicht gibt.
Was kostet die Vorbereitung? Fahrschulen verkaufen in Zehnerblöcken
Fahrschulen verkaufen Sparpakete: mehrere Lektionen im Voraus, etwas günstiger als einzeln. Wir haben alle Pakete auf todrive.ch selbst ausgezählt, am 22. September 2026. Lies die Grafik richtig: Sie zeigt, welche Verkaufseinheiten es gibt — nicht, wie viele Stunden jemand braucht. Wer mehr Stunden fährt, kauft eben mehrere Zehnerpakete nacheinander oder rechnet einzeln weiter.
- 10 Lektionen 108 Pakete
- 5 Lektionen 54 Pakete
- 20 Lektionen 23 Pakete
- 15 Lektionen 17 Pakete
- andere Grössen 15 Pakete
Jedes zweite gezählte Paket umfasst genau 10 Lektionen — 108 von 217. Das ist keine Ausbildungsempfehlung, sondern eine runde Verkaufszahl: Zehn lässt sich gut anbieten und gut bezahlen. Wer daraus ableitet, zehn Stunden genügten, liest aus der Verpackung eine Auskunft heraus, die sie nicht gibt — so wie die Grösse einer Milchpackung nichts darüber sagt, wie viel Milch jemand trinkt.
Wo die Pakete aufhören — und was danach kommt
Das grösste Paket, das eine Fahrschule anbietet, sagt, wie weit der Rabatt reicht. Je Fahrschule zählt hier nur ihr grösstes Angebot.
- höchstens 10 73 Fahrschulen
- 11 bis 15 13 Fahrschulen
- 16 bis 20 22 Fahrschulen
- mehr als 20 5 Fahrschulen
Bei 73 von 113 Fahrschulen endet das Angebot bei zehn Lektionen. Nur 5 davon verkaufen ein Paket über zwanzig Lektionen hinaus, und das grösste hat 30. Das ist keine Aussage darüber, wie lange eine Ausbildung dauert — wer mehr Stunden braucht, kauft ein zweites Paket oder fährt einzeln weiter, und die meisten tun genau das. Wichtig ist es trotzdem, und zwar für deinen Geldbeutel: Frag vor dem zweiten Paket nach, ob der Rabatt weiterläuft. Manche Schulen rechnen ab da wieder zum Einzelpreis. Im Kostenrechner siehst du, was der Unterschied ausmacht.
Was kostet dich das Umschreiben?
Die Anzahl Stunden ist die eine Hälfte der Rechnung, der Preis je Stunde die andere. Beides zusammen — mit deinem Ort, deiner Stundenzahl und den Paketrabatten, die wir gemessen haben — steht im Kostenrechner.
Den Gesamtbetrag für deinen Ort rechnet dir der Kostenrechner aus; was der ganze Führerschein kostet, steht in der Kostenübersicht.
Woher diese Zahlen kommen
Recherche, Auswertung und Berechnung: Dima Makukha, ToDrive · Methode vom
Drei Arten von Zahlen stehen auf dieser Seite, und sie sind verschieden viel wert.
- Zitiert
- Die Empfehlung von 3000 Kilometern stammt von der BFU, die Erfolgsquote von der asa, die Regeln zum Umtausch aus der VZV und der CZV, die beiden Länderlisten aus Anhang 2 des Kreisschreibens des ASTRA vom 1. Oktober 2013 und die Kurslängen aus den Weisungen des ASTRA über Nothilfekurse. Alles nachprüfbar über die Verweise.
- Nicht vorhanden
- Eine amtliche Schweizer Statistik zur Anzahl Fahrstunden. Gesucht bei ASTRA, Preisüberwacher, Bundesamt für Statistik und mehreren kantonalen Strassenverkehrsämtern — keine Stelle zählt sie. Darum nennt diese Seite auch keine Zahl: was sich nicht belegen lässt, steht hier nicht.
- Selbst gemessen
- Die Paketzahlen. Dazu unten mehr.
Die Paketzahlen auf dieser Seite haben wir selbst gemessen — aus den Angeboten der Fahrschulen, die sich auf todrive.ch eingetragen haben und ihre Pakete dort selbst pflegen. Gezählt werden alle aktiven Pakete mit Lektionszahl, Dauer und Preis; je Fahrschule zählt für die zweite Auswertung nur ihr grösstes Paket. Die Seite zählt bei jedem Aufruf neu, es steht hier keine getippte Zahl. Was diese Zahlen NICHT sagen: wie viele Fahrstunden jemand braucht. Eine Person kann nacheinander ein Fünfer-, ein Zehner- und ein Zwanzigerpaket kaufen; aus der Grösse der angebotenen Pakete folgt darum nichts über die Länge einer Ausbildung. Wie viele Stunden am Ende gefahren werden, erhebt in der Schweiz niemand, wir eingeschlossen.
Und was diese Zahlen nicht sind: eine Volkszählung. Gezählt werden die 113 Fahrschulen, die auf todrive.ch eingetragen sind und dort Pakete pflegen — von 163 eingetragenen insgesamt. Fahrschulen, die nicht bei uns sind, sind auch nicht in dieser Zählung. Es ist die grösste Aufstellung dieser Art, die wir kennen, aber sie ist ein Ausschnitt und keine Gesamtschau der Schweiz.
Herausgeberin ist ToDrive (todrive.ch), Schweiz.
Diese Messung zitieren
Die Zahlen sind frei verwendbar, solange die Quelle genannt wird. Vorschlag:
Paketgrössen der auf todrive.ch eingetragenen Fahrschulen, ToDrive (todrive.ch), erhoben von Dima Makukha, Stand 22. September 2026: von 217 aktiven Sparpaketen an 113 Fahrschulen umfassen 108 genau 10 Lektionen; bei 73 der 113 Fahrschulen ist zehn zugleich das grösste angebotene Paket.
Fragen zur Methode oder zu einer Auswertung für einen Beitrag: über das Kontaktformular.
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